SCHULLEBEN UND TERMINE

„GEMEINSCHAFTSGEFÜHL SCHÜTZT VOR MOBBING“

Diese Aussage klingt zwar etwas pauschal, doch glaubt man den Worten von Diplom-Psychologe Jochen Haigis, dann steckt viel Substanz hinter diesen Worten. Bei seinem Vortrag beim Elternabend in der Turnhalle zwei der Christian-von-Bomhard-Schule in Uffenheim lauschten ca. 40 interessierte Eltern zum Thema „Mobbing“ den Ausführungen des Lehrers.

Mobbing gibt es an jeder Schule; alle Formen von (wiederholter) psychischer und physischer Gewalt wie z. B. Schlagen, Stoßen, verbal Beleidigen, ... fallen darunter. Es gibt kaum einen Schüler, der dies noch nicht in irgendeiner Art und Weise selbst erlebt oder gesehen hat, wobei ein gewisses Maß an „Hänseleien“ durchaus als „normal“ einzustufen und noch nicht als „Mobbing“ zu bezeichnen ist. Allerdings tritt das Phänomen hauptsächlichen in den Jahrgangsstufen 7 bis 9 auf, also in der Phase, in die die Pubertät der Jugendlichen im Alter von 12 bis 16 Jahren fällt. Wichtig ist jedoch, dass nur ca. 5 bis 6 % der Schüler gewalttätig sind. Auch sei diese Quote – so der Studiendirektor – in Uffenheim an der Evangelischen Internatsschule niedriger. Häufig haben die Opfer körperliche Besonderheiten, die andere nutzen, um hier nachzusetzen.
Sehr realitätsnah und auflockernd wirkten die szenischen Darstellungen von Jochen Haigis und seinem Kollegen Pfarrer Winfried Malcher, Internatsleiter, die in ihren Rollenspielen einige Mobbing-Vorfälle nachspielten und dabei gut die Sicht der Opfer und der Täter darstellten; selbst der Elternbeiratsvorsitzende Herr Menzel „durfte mitspielen“ und musste versuchen, laut zu schreien, um sich gegen einen Übergriff zu wehren. Weiterhin wurde erklärt, dass weniger Mobbing-Fälle zu verzeichnen sind, wenn in den Schulen ein gutes Zusammengehörigkeitsgefühl vorhanden ist – eine Identifikation mit „meiner“/“unserer“ Schule.
Wichtig ist zudem, so der Diplom-Psychologe, dass ein konsequentes Eingreifen seitens der Schulleitung und der Lehrkräfte erfolgt, was in Uffenheim sicherlich der Fall ist. Es ist eine Kultur des Hinsehens wichtig! Anschließend sind sowohl negative Sanktionen (Strafen) als auch helfende, begleitende Aktionen zu nennen. Sehr positiv auf die schulische Situation wirkt sich dabei das interdisziplinäre Beratungszentrum aus, in dem „gebündelt“ Beratungslehrer, Psychologen und Schulseelsorger an einem Ort gemeinsam wirken und so bei Problemen schnell weiter helfen können.
 

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