Selber anpacken ist gefragt! 16.01.2026

Diesen Tipp gab der Bürgermeister den Jugendlichen mit auf den Weg, als sie ihn im Rathaus besuchten; es sei nicht sinnvoll, immer nur zu schimpfen, dass alles „Mist“ sei, sondern man können selbst handeln, sich engagieren und beispielsweise in eine Partei gehen. „Wie jedes Jahr“ stand beim Lehrplan der zehnten Klasse Realschule im Fach Politik und Gesellschaft (PuG) die Gemeinde auf dem Programm; dazu gehen die Jugendlichen alljährlich zum Bürgermeister ins Rathaus. Im Sitzungsaal stand das Stadtoberhaupt Rede und Antwort, wobei nacheinander an einem Tag alle drei Abschlussklassen der Christian-von-Bomhard Schule in den Genuss kamen, zu der im Unterricht erarbeitenden Theorie hauptnahe Praxiseindrücke „aus erster Hand“ zu bekommen. Die Lehrer für Politik und Gesellschaft, Verena Kilian und Ralf Lischka, hatten den Besuch vorbereitet und lauschten ebenfalls sehr interessiert den Ausführungen des SPD-Politikers.

An den Anfang stellte Wolfgang Lampe gleich seine Ansicht über sein Amt vor; es gehe weniger um die Partei, der man angehöre, sondern um die Person, die auf dem Rathaussessel sitze. Er erklärte im Anschluss, wer alles wo im Sitzungssaal sitzt und dass fünf Fraktionen bzw. Gruppierungen (FWG, Grüne, CSU; SPD und BL) im Stadtrat vertreten sind. Da nun sechs Jahre seit der letzten Wahl vergangen sind, stehen Anfang März Neuwahlen für den Stadtrat (20 Sitze) und den Kreistag (60 Sitze) an. Wolfgang Lampe erklärte, dass er kandidieren werde, aber er davon ausgehe, dass bei insgesamt vier Bewerbern es wahrscheinlich eine Stichwahl geben werde. Im Rathaus gibt außerdem beispielsweise das Bauamt, die Kämmerei oder das Hauptamt, wo ca. 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tätig sind.

Nimmt man die 1974 gegründete VG dazu (Verwaltungsgemeinschaft mit acht weiteren Gemeinden), dann kommt man sogar auf wesentlich mehr Beschäftigte. Aufmerksam hörten die Zehntklässler zu, als Lampe über den Haushalt (siehe Foto) sprach: Ca. 19 Millionen Euro Einnahmen stehen fast die gleiche Summe an Ausgaben gegenüber. Da die finanzielle Situation vieler Gemeinden sehr schlecht sei, müsse man auch in Uffenheim überlegen, wo man Einnahmen erhöhen oder Ausgaben minimieren könne. Bei vielen Zahlen gab es Verwunderung bei den Jugendlichen, was da zusammenkommt – so „leistet“ sich die Stadt ein Defizit von fast einer halben Million Euro für Frei- und Hallenbad zum Wohle ihrer Einwohner!

 

Natürlich wollten die Bomhard-Schüler wissen, wie denn der Arbeitsalltag des Bürgermeisters aussieht, was er verdient oder wie viele Tage Urlaub im Jahr ihm zustehen. Hier wurde schnell klar, wie zeitintensiv der Job ist, wenn man um etwa 8 Uhr anfängt und täglich erst spät am Abend heim geht; auch am Wochenende ist immer dienstlich etwas zu tun. Wie wichtig Wolfgang Lampe jedoch sein Einsatz ist, bekamen die Schüler bei der Beantwortung der Frage „Wie kam es, dass Sie Bürgermeister werden wollten?“ zu hören: „Nur über Politik zu meckern, das ist nicht hilfreich!“ sagte der Rathaus-Chef, „Man muss aktiv werden und etwas unternehmen! Ich will etwas bewegen, weil mir Uffenheim am Herzen liegt.“ Daher sei er auch in eine Partei eingetreten und wurde 2014 zum Bürgermeister gewählt; sechs Jahre später wurde er im Amt bestätigt. Ein Vorhaben, das jetzt bald im Frühjahr ansteht, ist der Baubeginn für die Aufstockung der OGS-Räume in der Grund- und Mittelschule.

Gute Werbung machte Lampe anschließend beim Thema Städtepartnerschaften: Sowohl mit Italien als auch mit Polen und Frankreich verbindet die Stadt Uffenheim eine jahrzehntelange Kooperation; hierbei – das betonte der Bürgermeister besonders – leisten auch die Schulen einen tollen Beitrag, indem sie junge Menschen aus verschiedenen Ländern zusammenbringen. „Freunde greifen sich nicht an!“, das heißt, dass wir unsere Friedenszeit in Deutschland seit dem Zweiten Weltkrieg bis heute dem Umstand zu verdanken haben, dass wir Europäer partnerschaftlich verbunden sind. Zudem sei es wichtig, die Demokratie zu schützen und zu verteidigen! „Nehmt nicht alle Infos der Social Media ungefiltert auf und glaubt sie!“, gab das Stadt-Oberhaupt Lampe den Jugendlichen noch eindringlich mit auf den Weg. Nach ca. jeweils einer Stunde hatten die 74 Abschlussschüler einen guten, sehr persönlichen Eindruck von der Kommune Uffenheim mit ihrem „Chef“ bekommen – eine ideale Ergänzung zum „normalen“ Schulunterricht!

14.01.2026

 


Text: Ralf Lischka
Bilder: Ralf Lischka

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